Zahnriemen-Größentabelle: Standardgrößen & Maße im Überblick

Ein Zahnriemen muss exakt zu Zahnprofil, Teilung, Breite und Riemenlänge des Antriebssystems passen. Schon kleine Abweichungen können dazu führen, dass der Riemen nicht korrekt auf der Zahnscheibe läuft oder die Kraftübertragung nicht zuverlässig funktioniert. Deshalb reicht es bei der Auswahl nicht aus, nur die Gesamtlänge zu vergleichen.

Diese Zahnriemen-Größentabelle zeigt die wichtigsten Maße und erklärt die gängigen Zahnriemenprofile. Sie erfahren, was Begriffe wie HTD, GT, T, AT, XL, L und MXL bedeuten, wie Teilung und Zähnezahl zusammenhängen und wie sich ein vorhandener Zahnriemen richtig messen lässt. Die angegebenen Werte dienen als Orientierung; für einen konkreten Antrieb sollten immer die technischen Daten des verwendeten Profils und Herstellers geprüft werden.


Zahnriemen-Größentabelle: Wichtige Maße im Überblick

Bei Zahnriemen sind insbesondere Teilung, Zähnezahl, Riemenlänge und Breite entscheidend. Die Teilung beschreibt den Abstand zwischen zwei benachbarten Zahnmittellinien.

Die folgende Übersicht zeigt häufig verwendete Profile und deren typische Teilungen.

Zahnriemenprofil Typische Teilung Beispielgrößen Typischer Einsatz
MXL 2,032 mm Kleine Riemen Präzisions- und Kleinmechanik
XL 5,080 mm Kleine bis mittlere Riemen Leichtere Antriebe
L 9,525 mm Mittlere Riemen Industrielle Antriebe
H 12,700 mm Größere Riemen Kraftübertragung
T5 5 mm Kompakte Riemen Allgemeine Antriebstechnik
T10 10 mm Mittlere Größen Maschinen und Anlagen
T20 20 mm Große Größen Höhere Leistungsbereiche
AT5 5 mm Kompakte Ausführungen Präzise Antriebe
AT10 10 mm Mittlere Ausführungen Maschinenbau
AT20 20 mm Größere Ausführungen Höhere Belastungen
HTD 3M 3 mm Kompakte Größen Präzisionsantriebe
HTD 5M 5 mm Häufige Baugröße Maschinen und Geräte
HTD 8M 8 mm Mittlere bis große Größen Industrielle Antriebe
HTD 14M 14 mm Große Riemen Hohe Leistungsübertragung

Die Profilbezeichnungen sind nicht beliebig austauschbar. Ein Riemen mit gleicher Teilung, aber einem anderen Zahnprofil kann trotzdem nicht zur Zahnscheibe passen.


Was bedeuten die Maße eines Zahnriemens?

Ein Zahnriemen wird anhand mehrerer miteinander verbundener Maße beschrieben.

Teilung

Die Teilung ist der Abstand zwischen entsprechenden Punkten benachbarter Zähne. Sie ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien, weil die Zähne des Riemens exakt in die Zahnscheibe eingreifen müssen.

Beispiele sind:

  • 3 mm
  • 5 mm
  • 8 mm
  • 10 mm
  • 14 mm
  • 20 mm

Die konkrete Teilung hängt vom verwendeten Profil ab.

Zähnezahl

Die Zähnezahl gibt an, wie viele Zähne der Riemen besitzt. Sie ist bei einem endlosen Zahnriemen direkt mit der Riemenlänge verbunden.

Eine einfache Beziehung lautet:

Riemenlänge = Zähnezahl × Teilung

Beispielsweise ergibt ein Riemen mit 100 Zähnen und einer Teilung von 5 mm eine Teilungslänge von:

100 × 5 mm = 500 mm

Diese Berechnung gilt für die entsprechende Teilungslänge des Profils und sollte nicht mit beliebigen Außen- oder Innenumfangsmaßen verwechselt werden.

Breite

Die Riemenbreite beeinflusst die mögliche Kraftübertragung. Typische Breiten können beispielsweise 6, 9, 10, 15, 20 oder 25 mm betragen, wobei die verfügbaren Breiten vom jeweiligen Profil und Hersteller abhängen.


Welche Zahnriemenprofile gibt es?

Zahnriemen unterscheiden sich vor allem durch ihre Zahngeometrie. Deshalb ist das Profil bei der Auswahl mindestens genauso wichtig wie die Teilung.

HTD-Zahnriemen

HTD steht für eine Zahnform mit rundem beziehungsweise bogenförmigem Profil. Häufige Teilungen sind 3M, 5M, 8M und 14M.

HTD-Riemen werden in zahlreichen Antriebssystemen eingesetzt, bei denen eine formschlüssige Kraftübertragung erforderlich ist.

T-Zahnriemen

Die T-Profile, beispielsweise T5, T10 und T20, gehören zu den verbreiteten metrischen Zahnriemensystemen.

Die Zahl bezeichnet die Teilung in Millimetern:

  • T5 = 5 mm
  • T10 = 10 mm
  • T20 = 20 mm

AT-Zahnriemen

AT-Profile sind ebenfalls metrische Zahnriemenprofile. Sie besitzen eine andere Zahngeometrie als T-Profile und können für Anwendungen mit höheren Anforderungen an die Kraftübertragung ausgelegt sein.

Ein AT10-Riemen darf daher nicht allein aufgrund der gleichen 10-mm-Teilung automatisch durch einen T10-Riemen ersetzt werden.

XL, L und H

Diese Profile stammen aus einem anderen Bezeichnungssystem und verwenden zöllige Teilungen.

Profil Teilung
MXL 2,032 mm
XL 5,080 mm
L 9,525 mm
H 12,700 mm
XH 22,225 mm
XXH 31,750 mm

Bei der Auswahl sollte deshalb immer das vollständige Profil berücksichtigt werden.


Zahnriemenlänge und Zähnezahl berechnen

Bei einem endlosen Zahnriemen lässt sich die Teilungslänge aus Teilung und Zähnezahl bestimmen.

L = z × p

Dabei bedeutet:

  • L = Teilungslänge
  • z = Zähnezahl
  • p = Teilung

Wenn beispielsweise ein Riemen 120 Zähne besitzt und die Teilung 8 mm beträgt:

120 × 8 mm = 960 mm

Die resultierende Teilungslänge beträgt somit 960 mm.

Diese Methode ist besonders hilfreich, wenn die Zähne eines vorhandenen Riemens gezählt werden können. Bei der Bestellung muss anschließend trotzdem das passende Profil und die Riemenbreite berücksichtigt werden.


Zahnriemen-Größen nach Teilung

Die Teilung hilft dabei, unterschiedliche Zahnriemengrößen schnell einzuordnen.

Teilung Typische Profile Charakteristik
2–3 mm MXL, 3M Kleine und kompakte Antriebe
5 mm T5, AT5, 5M, XL Vielseitige kleinere Antriebe
8 mm 8M Mittlere bis größere Kraftübertragung
9,525 mm L Zölliges Profil
10 mm T10, AT10 Industrielle Anwendungen
12,7 mm H Größeres zölliges Profil
14 mm 14M Größere industrielle Antriebe
20 mm T20, AT20 Größere Belastungsbereiche

Diese Übersicht dient zur Orientierung. Die tatsächlich verfügbaren Riemenbreiten und Längen unterscheiden sich je nach Profil und Hersteller.


Wie misst man einen Zahnriemen richtig?

Wenn die ursprüngliche Kennzeichnung nicht mehr lesbar ist, kann ein vorhandener Riemen vermessen werden.

1. Zahnprofil bestimmen

Schauen Sie zunächst auf die Form der Zähne. Sind sie rund, trapezförmig oder anders ausgeführt?

Ein Vergleich mit einer technischen Profilzeichnung ist zuverlässiger als eine reine Sichtprüfung.

2. Teilung messen

Messen Sie den Abstand zwischen mehreren Zähnen und teilen Sie die Gesamtstrecke durch die Anzahl der Zwischenräume.

Bei kleinen Zahnriemen kann ein einzelner Zahnabstand schwer exakt zu messen sein. Mehrere Zähne liefern deshalb normalerweise eine bessere Orientierung.

3. Zähne zählen

Bei einem geschlossenen Zahnriemen kann die gesamte Zähnezahl gezählt werden.

Anschließend lässt sich die Teilungslänge anhand von Teilung und Zähnezahl bestimmen.

4. Breite messen

Messen Sie die Breite des Riemens mit einem Messschieber. Die Messung sollte möglichst an einer geraden, nicht beschädigten Stelle erfolgen.

5. Kennzeichnung prüfen

Viele Zahnriemen besitzen eine aufgedruckte oder eingeprägte Bezeichnung. Diese kann Informationen über Profil, Länge und Breite enthalten.

Eine solche Kennzeichnung ist häufig hilfreicher als eine Messung des Außenumfangs.

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Warum reicht die Riemenlänge allein nicht aus?

Ein häufiger Fehler ist die Auswahl eines neuen Zahnriemens ausschließlich nach seiner Länge.

Zwei Riemen können dieselbe Länge besitzen und trotzdem inkompatibel sein, wenn sie sich bei folgenden Eigenschaften unterscheiden:

  • Zahnprofil
  • Teilung
  • Breite
  • Zahnform
  • verwendetes Maßsystem

Ein 5-mm-Riemen mit T5-Profil ist beispielsweise nicht automatisch mit einem 5M-HTD-Riemen austauschbar. Beide besitzen zwar eine Teilung von 5 mm, aber unterschiedliche Zahngeometrien.


Zahnriemenbreite richtig auswählen

Die Breite beeinflusst die Anzahl der Zähne, die gleichzeitig zur Kraftübertragung beitragen können.

Ein breiterer Riemen kann bei entsprechender Konstruktion größere Kräfte übertragen. Allerdings muss die Breite zur Zahnscheibe und zur vorgesehenen Riemenführung passen.

Bei der Auswahl sollten Sie daher prüfen:

  • vorhandene Riemenbreite
  • Breite der Zahnscheibe
  • verfügbare Einbaubreite
  • erforderliche Kraftübertragung
  • Herstellerangaben
  • zulässige Belastung

Ein breiterer Riemen ist nicht automatisch die bessere Wahl, wenn die Zahnscheibe dafür nicht ausgelegt ist.

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Zahnriemen und Zahnscheibe müssen zusammenpassen

Ein Zahnriemen arbeitet immer zusammen mit mindestens einer passenden Zahnscheibe. Beide Komponenten müssen dasselbe grundlegende Profil und dieselbe Teilung verwenden.

Auch die Anzahl der Zähne der Zahnscheibe beeinflusst das Antriebssystem.

Eine Zahnscheibe mit mehr Zähnen besitzt bei gleicher Teilung einen größeren Teilkreisdurchmesser. Dadurch verändern sich unter anderem Übersetzung und Umfangsgeschwindigkeit.

Übersetzungsverhältnis

Bei zwei Zahnscheiben kann das Übersetzungsverhältnis grundsätzlich anhand ihrer Zähnezahlen betrachtet werden:

Übersetzungsverhältnis = Zähnezahl der angetriebenen Scheibe ÷ Zähnezahl der antreibenden Scheibe

Die tatsächliche Auslegung eines Antriebs berücksichtigt jedoch weitere Faktoren wie Drehzahl, Drehmoment, Achsabstände und Belastung.

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Typische Einsatzbereiche von Zahnriemen

Zahnriemen werden eingesetzt, wenn eine formschlüssige und schlupfarme Kraftübertragung benötigt wird.

Typische Anwendungen sind:

  • Maschinen und Produktionsanlagen
  • Automatisierungstechnik
  • Fördertechnik
  • Druck- und Verpackungsmaschinen
  • Werkzeugmaschinen
  • Robotik
  • Präzisionsantriebe
  • bestimmte Fahrzeug- und Motoranwendungen

Je nach Einsatzbereich können sich Anforderungen an Temperaturbeständigkeit, Abriebfestigkeit, chemische Beständigkeit und Belastbarkeit deutlich unterscheiden.


Häufige Fehler bei der Zahnriemenauswahl

Bei einem Ersatzriemen sollten mehrere Werte kontrolliert werden. Häufige Fehler sind:

  • Nur die Länge vergleichen
  • Zahnprofil nicht beachten
  • Teilung falsch messen
  • Breite ignorieren
  • Metrische und zöllige Profile verwechseln
  • Zahnriemen mit ähnlicher Optik gleichsetzen
  • Zahnscheibenprofil nicht kontrollieren
  • Einen gebrauchten, verschlissenen Riemen als exakte Maßreferenz verwenden

Besonders bei präzisen Maschinenantrieben kann bereits ein falsches Profil dazu führen, dass Riemen und Zahnscheibe nicht korrekt ineinandergreifen.


Zahnriemen richtig auswählen: Checkliste

Vor dem Kauf eines Ersatzriemens sollten möglichst alle wichtigen Daten bekannt sein:

  • Profil: zum Beispiel T10, AT10 oder HTD 8M
  • Teilung: in Millimetern oder entsprechender Einheit
  • Zähnezahl
  • Teilungslänge
  • Riemenbreite
  • Zahnscheibenprofil
  • Einbauraum
  • Betriebsbedingungen
  • Hersteller- oder Typenbezeichnung

Wenn die ursprüngliche Kennzeichnung vorhanden ist, sollte diese möglichst vollständig übernommen und mit den technischen Daten des neuen Riemens abgeglichen werden.


Häufig gestellte Fragen zur Zahnriemengröße

Wie wird die Größe eines Zahnriemens angegeben?

Eine Zahnriemengröße wird häufig über Profil, Teilung, Zähnezahl beziehungsweise Länge und Breite beschrieben. Eine vollständige Bezeichnung ist zuverlässiger als die alleinige Angabe der Riemenlänge.

Was bedeutet 5M bei einem Zahnriemen?

5M bezeichnet bei entsprechenden HTD-Zahnriemen eine Teilung von 5 mm. Das „M“ gehört zur Profilbezeichnung. Ein 5M-Riemen sollte deshalb nicht automatisch mit jedem anderen 5-mm-Zahnriemen gleichgesetzt werden.

Was bedeutet T10 bei einem Zahnriemen?

T10 bezeichnet ein metrisches Zahnriemenprofil mit einer Teilung von 10 mm. Die Zahngeometrie gehört zum T-Profil und muss zur verwendeten Zahnscheibe passen.

Wie berechnet man die Zahnriemenlänge?

Bei einem endlosen Zahnriemen kann die Teilungslänge aus Zähnezahl und Teilung berechnet werden: Zähnezahl × Teilung. Für die tatsächliche Bestellung müssen zusätzlich Profil und Breite stimmen.

Sind T10 und AT10 austauschbar?

Nein, nicht automatisch. Obwohl beide Profile eine Teilung von 10 mm besitzen, unterscheiden sich Zahngeometrie und konstruktive Eigenschaften. Riemen und Zahnscheibe müssen für dasselbe Profil ausgelegt sein.

Wie finde ich die richtige Zahnriemengröße?

Bestimmen Sie zunächst Profil, Teilung, Zähnezahl beziehungsweise Länge und Breite. Anschließend müssen diese Daten mit der Zahnscheibe und den Anforderungen des Antriebs abgeglichen werden.


Fazit: Die richtige Zahnriemengröße bestimmen

Eine Zahnriemen-Größentabelle erleichtert die erste Orientierung bei Profilen, Teilungen und typischen Abmessungen. Für einen passenden Ersatz sind jedoch mehrere Werte gleichzeitig wichtig. Profil, Teilung, Zähnezahl, Länge und Breite müssen mit der vorhandenen Zahnscheibe und dem jeweiligen Antriebssystem übereinstimmen.

Besonders wichtig ist, Zahnriemen mit gleicher Teilung nicht automatisch als austauschbar anzusehen. Unterschiedliche Zahnprofile können trotz identischer Teilung nicht zusammenpassen. Wer den vorhandenen Riemen sorgfältig vermisst und die Hersteller- oder Normangaben berücksichtigt, kann die passende Größe deutlich zuverlässiger bestimmen.

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