Gewindegrößentabelle: Standardgrößen & Maße erklärt

Gewinde sind ein wichtiger Bestandteil zahlreicher technischer Verbindungen. Sie kommen bei Schrauben, Muttern, Rohren, Fittings, Maschinenbauteilen und vielen weiteren Produkten zum Einsatz. Damit zwei Bauteile zuverlässig zusammenpassen, müssen Gewindegröße, Durchmesser, Steigung und Gewindeprofil aufeinander abgestimmt sein.

Eine Gewindegrößentabelle hilft dabei, die passenden Maße schnell zu bestimmen und unterschiedliche Gewindearten miteinander zu vergleichen. Besonders häufig werden metrische ISO-Gewinde verwendet, die durch Angaben wie M6, M8 oder M10 gekennzeichnet sind. Daneben gibt es Zollgewinde, Rohrgewinde und weitere genormte Gewindesysteme.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Gewinde richtig misst, welche Standardgrößen üblich sind und wie du die Angaben in einer Gewindegrößentabelle richtig interpretierst.


Was ist eine Gewindegröße?

Die Gewindegröße beschreibt die wesentlichen Abmessungen eines Gewindes. Dazu gehören insbesondere der Außendurchmesser, die Gewindesteigung und das Gewindeprofil. Bei bestimmten Gewindesystemen sind zusätzlich der Flankendurchmesser, die Gewindelänge und die Gewinderichtung wichtig.

Bei einem metrischen Gewinde steht der Buchstabe M für ein metrisches ISO-Gewinde. Die Zahl dahinter gibt den Nenndurchmesser in Millimetern an.

Beispiele:

  • M6: metrisches Gewinde mit einem Nenndurchmesser von 6 mm.
  • M8: metrisches Gewinde mit einem Nenndurchmesser von 8 mm.
  • M10: metrisches Gewinde mit einem Nenndurchmesser von 10 mm.
  • M12: metrisches Gewinde mit einem Nenndurchmesser von 12 mm.

Der tatsächliche Außendurchmesser eines Außengewindes kann geringfügig unter dem Nennmaß liegen. Das ist unter anderem durch Fertigungstoleranzen bedingt.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen einem Innengewinde und einem Außengewinde. Das Außengewinde befindet sich beispielsweise auf einer Schraube, während das Innengewinde in einer Mutter oder einer Gewindebohrung liegt.


Metrische Gewindegrößentabelle: Standardmaße

Metrische ISO-Gewinde gehören zu den am häufigsten verwendeten Gewindearten im Maschinenbau, in der Metallverarbeitung und bei allgemeinen Schraubverbindungen.

Die folgende Tabelle zeigt gängige metrische Regelgewinde und ihre wichtigsten Maße.

Gewinde Nenndurchmesser Regelsteigung Kernlochdurchmesser, ca.
M2 2 mm 0,40 mm 1,6 mm
M2,5 2,5 mm 0,45 mm 2,05 mm
M3 3 mm 0,50 mm 2,5 mm
M4 4 mm 0,70 mm 3,3 mm
M5 5 mm 0,80 mm 4,2 mm
M6 6 mm 1,00 mm 5,0 mm
M8 8 mm 1,25 mm 6,8 mm
M10 10 mm 1,50 mm 8,5 mm
M12 12 mm 1,75 mm 10,2 mm
M14 14 mm 2,00 mm 12,0 mm
M16 16 mm 2,00 mm 14,0 mm
M18 18 mm 2,50 mm 15,5 mm
M20 20 mm 2,50 mm 17,5 mm
M22 22 mm 2,50 mm 19,5 mm
M24 24 mm 3,00 mm 21,0 mm
M27 27 mm 3,00 mm 24,0 mm
M30 30 mm 3,50 mm 26,5 mm
M36 36 mm 4,00 mm 32,0 mm
M42 42 mm 4,50 mm 37,5 mm
M48 48 mm 5,00 mm 43,0 mm

Hinweis: Die Tabelle enthält typische Regelsteigungen und übliche Richtwerte für Kernlochbohrungen. Der erforderliche Bohrdurchmesser kann je nach Gewindeausführung, Werkstoff, gewünschter Gewindetiefe und Fertigungsverfahren abweichen. Für präzise Arbeiten sollten die jeweils geltenden Normtabellen verwendet werden.


Was bedeutet die Gewindesteigung?

Die Gewindesteigung bezeichnet den Abstand zwischen zwei benachbarten Gewindegängen, gemessen parallel zur Gewindeachse. Bei metrischen Gewinden wird sie in Millimetern angegeben.

Beispielsweise hat ein M8-Regelgewinde eine Steigung von 1,25 mm. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Gewindegängen beträgt somit 1,25 mm.

Es gibt zwei grundlegende Ausführungen:

  • Regelgewinde: besitzt eine für den Nenndurchmesser übliche, gröbere Steigung.
  • Feingewinde: besitzt eine kleinere Steigung als das entsprechende Regelgewinde.

Feingewinde können beispielsweise bei bestimmten Einstellmechanismen, dünnwandigen Bauteilen oder Verbindungen mit besonderen Anforderungen eingesetzt werden. Ob sie geeigneter sind, hängt von der jeweiligen Konstruktion ab.

Regelgewinde und Feingewinde im Vergleich

Nenndurchmesser Regelgewinde Beispiel für Feingewinde
M6 1,00 mm 0,75 mm
M8 1,25 mm 1,00 mm
M10 1,50 mm 1,25 mm
M12 1,75 mm 1,50 mm
M16 2,00 mm 1,50 mm
M20 2,50 mm 1,50 mm

Bei diesen Beispielen handelt es sich um gängige Steigungsvarianten. Für jede konkrete Verbindung müssen Nenndurchmesser und Steigung vollständig übereinstimmen. Eine Schraube M10 × 1,25 ist beispielsweise nicht automatisch mit einer Mutter M10 × 1,5 kompatibel.


Zollgewindegrößentabelle: Maße und Bezeichnungen

Neben metrischen Gewinden werden vor allem in bestimmten Rohrleitungssystemen, im Maschinenbau und bei importierten Geräten Zollgewinde verwendet.

Die Größe eines Zollgewindes wird häufig in Zoll angegeben. Ein Zoll entspricht exakt 25,4 mm. Allerdings entspricht die Zollbezeichnung bei Rohrgewinden nicht einfach dem tatsächlich gemessenen Außendurchmesser des Gewindes.

Bei zylindrischen und kegligen Rohrgewinden sind außerdem Gewindenorm, Gewindeprofil und gegebenenfalls die Kegelform entscheidend.

Gängige Zoll-Rohrgewinde

Nennweite Bezeichnung Ungefährer Außendurchmesser
1/8 Zoll G 1/8 9,7 mm
1/4 Zoll G 1/4 13,2 mm
3/8 Zoll G 3/8 16,7 mm
1/2 Zoll G 1/2 21,0 mm
3/4 Zoll G 3/4 26,4 mm
1 Zoll G 1 33,2 mm
1 1/4 Zoll G 1 1/4 41,9 mm
1 1/2 Zoll G 1 1/2 47,8 mm
2 Zoll G 2 59,6 mm

Die aufgeführten Durchmesser sind typische Werte für zylindrische BSP-Rohrgewinde nach dem G-System. Sie sind nicht mit den tatsächlichen Innendurchmessern von Rohren gleichzusetzen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen metrischen und zölligen Gewinden?

Metrische Gewinde verwenden Millimeter als Maßeinheit für den Nenndurchmesser und die Steigung. Bei vielen Zollgewinden wird die Steigung dagegen über die Anzahl der Gewindegänge pro Zoll angegeben.

Außerdem unterscheiden sich die Gewindeprofile. Metrische ISO-Gewinde haben üblicherweise einen Flankenwinkel von 60 Grad. Whitworth-Rohrgewinde verwenden ein Profil mit einem Flankenwinkel von 55 Grad.

Daher passen metrische und zöllige Gewinde selbst dann nicht zuverlässig zusammen, wenn ihre gemessenen Durchmesser ähnlich erscheinen.

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Wie misst man eine Gewindegröße richtig?

Um ein Gewinde zuverlässig zu bestimmen, benötigst du möglichst einen Messschieber und eine Gewindelehre. Bei Rohrgewinden können zusätzliche Angaben des Herstellers oder spezielle Gewindelehren erforderlich sein.

1. Außendurchmesser messen

Miss bei einem Außengewinde den größten Durchmesser über die Gewindespitzen. Ein Messschieber eignet sich dafür gut.

Ein Messwert von ungefähr 8 mm deutet beispielsweise auf ein M8-Gewinde hin. Das allein reicht jedoch nicht aus, um die Gewindegröße sicher zu bestimmen.

2. Gewindesteigung bestimmen

Verwende eine Gewindelehre, um den Abstand der Gewindegänge zu ermitteln. Die passende Lehrenzunge muss ohne sichtbare Lücken oder Überstände an das Gewindeprofil anschließen.

Alternativ kannst du bei einem gut zugänglichen Gewinde den Abstand über mehrere Gewindegänge messen und durch die Anzahl der Zwischenräume teilen. Diese Methode ist allerdings weniger genau.

3. Innengewinde identifizieren

Bei einem Innengewinde ist der Durchmesser über die Gewindespitzen von außen nicht direkt zugänglich. Eine Bohrung lässt sich zwar messen, aber der gemessene Durchmesser allein bestimmt nicht eindeutig die Gewindegröße.

Für eine zuverlässige Bestimmung eignen sich Gewindeprüfdorne, passende Schrauben als vorsichtiger Vergleich und geeignete Messwerkzeuge. Die Schraube darf dabei nicht mit Kraft eingeschraubt werden.

4. Gewindeart überprüfen

Stelle fest, ob es sich um ein metrisches Gewinde, ein Zollgewinde oder ein Rohrgewinde handelt. Achte zusätzlich darauf, ob das Gewinde zylindrisch oder keglig ist.

5. Gewindelänge und Toleranz berücksichtigen

Bei Schrauben ist auch die Länge des Gewindes wichtig. Für präzise Verbindungen müssen außerdem die Toleranzklassen berücksichtigt werden, beispielsweise 6g bei einem Außengewinde oder 6H bei einem Innengewinde.

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Kernlochdurchmesser bei metrischen Gewinden

Wenn du ein Innengewinde herstellen möchtest, musst du zunächst ein Kernloch bohren. Der Durchmesser ist kleiner als der Nenndurchmesser des späteren Gewindes.

Für eine erste Orientierung wird häufig folgende Näherungsformel verwendet:

Kernlochdurchmesser ≈ Nenndurchmesser − Gewindesteigung

Bei einem M8-Regelgewinde ergibt sich beispielsweise:

8,0 mm − 1,25 mm = 6,75 mm.

Daraus wird in der Praxis häufig ein Bohrer mit 6,8 mm Durchmesser gewählt.

Die Formel ist eine Faustregel und ersetzt keine normgerechte Auslegung. Der richtige Bohrdurchmesser hängt unter anderem von der gewünschten Gewindeüberdeckung, dem Werkstoff und dem Gewindeschneidverfahren ab.

Beispiele für Kernlochbohrungen

Gewinde Regelsteigung Üblicher Kernlochbohrer
M3 0,50 mm 2,5 mm
M4 0,70 mm 3,3 mm
M5 0,80 mm 4,2 mm
M6 1,00 mm 5,0 mm
M8 1,25 mm 6,8 mm
M10 1,50 mm 8,5 mm
M12 1,75 mm 10,2 mm
M16 2,00 mm 14,0 mm
M20 2,50 mm 17,5 mm

Diese Werte sind typische Richtwerte für metrische Regelgewinde. Bei Feingewinden müssen die jeweils passenden Steigungen und Bohrdurchmesser verwendet werden.

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Ringschlüssel-Größentabelle: Standardgrößen & Maße


Gewindegrößen nach Anwendungsbereich

Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Gewindegrößen und Gewindearten zum Einsatz.

Maschinenbau und Metallverarbeitung

Metrische Gewinde wie M4, M5, M6, M8, M10 und M12 sind in vielen Maschinen und Metallkonstruktionen verbreitet. Größere Gewinde werden häufig bei stärker belasteten Verbindungen eingesetzt, sofern Konstruktion und Werkstoff dies vorsehen.

Möbel und Haushaltsgeräte

Bei Möbelbeschlägen, Griffen und Haushaltsgeräten kommen unter anderem kleinere metrische Gewinde zum Einsatz. Die passende Größe hängt vom jeweiligen Produkt und seiner Befestigung ab.

Rohrleitungen und Sanitärtechnik

Hier sind Rohrgewinde wie G 1/2, G 3/4 und G 1 weit verbreitet. Die Zollbezeichnung entspricht dabei nicht dem tatsächlichen Außendurchmesser des Gewindes.

Für dichte Verbindungen ist außerdem wichtig, ob das System über eine geeignete Dichtung, eine Dichtfläche oder ein dafür vorgesehenes Gewindeabdichtungsverfahren verfügt.

Fahrzeuge und technische Geräte

Bei Fahrzeugen, Fahrrädern und anderen technischen Geräten können metrische Regel- und Feingewinde vorkommen. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Bauteilen sollte die genaue Herstellerspezifikation eingehalten werden.


Häufige Fehler beim Bestimmen von Gewindegrößen

Bei der Auswahl eines passenden Gewindes entstehen häufig Fehler, weil nur der Durchmesser berücksichtigt wird.

  • Nur den Durchmesser messen: Zwei Gewinde können ähnliche Durchmesser, aber unterschiedliche Steigungen haben.
  • Metrische und zöllige Gewinde verwechseln: Ähnliche Maße bedeuten nicht, dass die Gewinde miteinander kompatibel sind.
  • Rohrnennweite mit Außendurchmesser gleichsetzen: Die Zollbezeichnung eines Rohrgewindes entspricht nicht einfach dem gemessenen Gewindedurchmesser.
  • Regel- und Feingewinde verwechseln: Eine falsche Steigung kann die Verbindung beschädigen.
  • Gewinde mit Gewalt verbinden: Wenn eine Schraube nicht leichtgängig greift, sollte die Ursache geprüft werden.
  • Toleranzen ignorieren: Bei präzisen oder sicherheitsrelevanten Verbindungen müssen Gewindetoleranzen und Herstellervorgaben beachtet werden.

Mit einer Gewindelehre und einem Messschieber lassen sich viele dieser Fehler vermeiden. Bei wichtigen technischen Verbindungen sind genormte Prüfmittel die zuverlässigere Wahl.


Häufig gestellte Fragen zur Gewindegrößentabelle

Was bedeutet M8 bei einem Gewinde?

M8 bezeichnet ein metrisches Gewinde mit einem Nenndurchmesser von 8 mm. Beim üblichen M8-Regelgewinde beträgt die Steigung 1,25 mm.

Wie erkenne ich die Gewindegröße einer Schraube?

Miss den Außendurchmesser über die Gewindespitzen und bestimme anschließend die Gewindesteigung mit einer Gewindelehre. Vergleiche beide Werte mit einer passenden Gewindegrößentabelle.

Was ist der Unterschied zwischen M6 und M8?

M6 hat einen Nenndurchmesser von 6 mm, während M8 einen Nenndurchmesser von 8 mm besitzt. Die Regelsteigungen betragen üblicherweise 1,00 mm bei M6 und 1,25 mm bei M8.

Was bedeutet M10 × 1,5?

Diese Bezeichnung steht für ein metrisches Gewinde mit einem Nenndurchmesser von 10 mm und einer Steigung von 1,5 mm. Dabei handelt es sich um das übliche M10-Regelgewinde.

Sind Zollgewinde mit metrischen Gewinden kompatibel?

Nicht automatisch. Auch bei ähnlichen Durchmessern können Gewindeprofil, Steigung und Toleranzen unterschiedlich sein. Die Gewindeart muss eindeutig bestimmt werden.

Wie finde ich den richtigen Kernlochdurchmesser?

Verwende eine Tabelle für die konkrete Gewindegröße und Steigung. Bei metrischen Regelgewinden kann die Faustregel „Nenndurchmesser minus Steigung“ eine erste Orientierung geben. Für präzise Ergebnisse sind die passenden Normwerte entscheidend.

Was ist ein Feingewinde?

Ein Feingewinde hat eine kleinere Steigung als das entsprechende Regelgewinde. Es wird eingesetzt, wenn die Konstruktion bestimmte Anforderungen an Einstellbarkeit, Wandstärke oder Gewindegeometrie stellt.

Welche Gewindegröße ist am häufigsten?

Im allgemeinen Maschinenbau sind Größen wie M6, M8, M10 und M12 weit verbreitet. Welche Größe am häufigsten vorkommt, hängt jedoch vom jeweiligen Anwendungsgebiet ab.


Fazit: Die richtige Gewindegröße zuverlässig bestimmen

Eine Gewindegrößentabelle erleichtert die Auswahl passender Schrauben, Muttern und Gewindeverbindungen. Bei metrischen Gewinden sind vor allem der Nenndurchmesser und die Gewindesteigung entscheidend. Bei Rohrgewinden müssen zusätzlich die Gewindenorm, die tatsächlichen Abmessungen und die Art der Abdichtung berücksichtigt werden.

Für eine zuverlässige Bestimmung solltest du den Durchmesser messen, die Steigung mit einer Gewindelehre überprüfen und anschließend die Werte mit einer geeigneten Tabelle vergleichen. Bei sicherheitsrelevanten Verbindungen sind die Herstellervorgaben und geltenden Normen maßgeblich.

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