Kompressionsstrümpfe Größentabelle: Die perfekte Passform finden

Die richtige Größe von Kompressionsstrümpfen ist besonders wichtig, weil sie nicht wie normale Socken sitzen. Medizinische Kompressionsstrümpfe müssen gezielt und gleichmäßig am Bein anliegen, damit der vorgesehene Druckverlauf funktioniert. Ein zu großer Strumpf kann rutschen oder Falten bilden, während ein falsch sitzender oder zu enger Strumpf unangenehm sein kann.

Die passende Größe wird deshalb nicht ausschließlich nach Schuhgröße oder Konfektionsgröße bestimmt. Je nach Strumpfart können Knöchelumfang, Wadenumfang, Oberschenkelumfang und Beinlänge entscheidend sein. Für medizinische Kompressionsstrümpfe ist eine professionelle Vermessung im Sanitätshaus oder Fachhandel besonders wichtig.

Kompressionsstrümpfe Größentabelle: Allgemeine Orientierung

Die folgende Tabelle zeigt ein vereinfachtes Beispiel für typische Größen bei knielangen Kompressionsstrümpfen. Die tatsächlichen Werte können je nach Hersteller, Produktlinie, Kompressionsklasse und Strumpfmodell deutlich abweichen.

Größe Knöchelumfang Wadenumfang Typische Bezeichnung
S ca. 18–21 cm ca. 29–35 cm Klein
M ca. 21–24 cm ca. 34–41 cm Mittel
L ca. 24–27 cm ca. 40–47 cm Groß
XL ca. 27–30 cm ca. 46–54 cm Sehr groß
XXL ca. 30–33 cm ca. 48–56 cm Extra groß
3XL ca. 33–36 cm ca. 50–58 cm Sehr groß

Diese Werte sind lediglich eine allgemeine Orientierung. Eine konkrete Hersteller-Größentabelle sollte immer Vorrang haben. Ein Beispiel aus einer aktuellen JOBST-Maßtabelle zeigt, dass Größen anhand von Knöchel- und Wadenumfang in unterschiedlichen Bereichen eingeteilt werden.

Warum die richtige Größe bei Kompressionsstrümpfen besonders wichtig ist

Kompressionsstrümpfe funktionieren über einen definierten Druckverlauf am Bein. Der Druck ist im unteren Bereich normalerweise stärker und nimmt nach oben hin ab. Deshalb müssen die Strümpfe gleichmäßig und faltenfrei sitzen.

Eine passende Größe kann dazu beitragen, dass:

  • der Strumpf nicht rutscht,
  • keine Falten entstehen,
  • der Druck gleichmäßig verteilt wird,
  • der Strumpf bequem getragen werden kann,
  • die vorgesehene Kompressionswirkung erhalten bleibt.

Medizinische Kompressionsstrümpfe sollen sich grundsätzlich wie eine zweite Haut an das Bein anschmiegen. Die richtige Größe ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Versorgung.

Welche Maße werden für Kompressionsstrümpfe benötigt?

Je nach Länge des Strumpfes werden unterschiedliche Körperstellen vermessen. Bei einem Kniestrumpf sind normalerweise weniger Messpunkte notwendig als bei einem Oberschenkelstrumpf oder einer Kompressionsstrumpfhose.

Wichtige Maße können sein:

  • Knöchelumfang,
  • Wadenumfang,
  • Oberschenkelumfang,
  • Umfang am oberen Abschluss,
  • Fußlänge,
  • Beinlänge,
  • Körpergröße.

Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen werden die Maße an festgelegten Messpunkten genommen. Für bestimmte Modelle, insbesondere bei komplexeren Beinformen, können mehrere Messpunkte erforderlich sein.

Knöchelumfang richtig messen

Der Knöchelumfang ist bei vielen Kompressionsstrümpfen eines der wichtigsten Maße. Messen Sie den Umfang an der schmalsten Stelle oberhalb des Knöchels.

Das Maßband sollte eng anliegen, aber nicht in die Haut einschneiden. Der Wert sollte möglichst genau ermittelt werden, da bereits kleine Unterschiede die Zuordnung zu einer anderen Größe beeinflussen können.

Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen sollte die Messung idealerweise durch geschultes Fachpersonal erfolgen.

Wadenumfang bestimmen

Messen Sie den Wadenumfang an der stärksten Stelle der Wade. Das Maßband sollte waagerecht um das Bein geführt werden.

Die Wade kann im Tagesverlauf durch Schwellungen unterschiedliche Umfänge aufweisen. Deshalb ist der Zeitpunkt der Messung wichtig. Fachstellen empfehlen häufig eine Messung am frühen Morgen, wenn die Beine möglichst wenig angeschwollen sind.

Oberschenkelumfang messen

Bei einem Oberschenkel-Kompressionsstrumpf oder einer Kompressionsstrumpfhose wird zusätzlich der Oberschenkelumfang berücksichtigt.

Die genaue Messstelle hängt vom jeweiligen Messsystem und Produkt ab. Deshalb sollten Sie die Messanleitung des Herstellers befolgen oder die Vermessung im Fachhandel durchführen lassen.

Ein Oberschenkelstrumpf muss nicht nur am unteren Bein, sondern auch am oberen Abschluss passend sitzen.

Beinlänge und Strumpflänge berücksichtigen

Neben den Umfängen spielt die Länge eine wichtige Rolle. Ein Kompressionskniestrumpf muss bis unterhalb des Knies reichen, während ein Oberschenkelstrumpf bis zum vorgesehenen oberen Bereich des Oberschenkels reicht.

Eine falsche Länge kann dazu führen, dass der Strumpf:

  • zu tief sitzt,
  • in der Kniekehle unangenehm endet,
  • am Oberschenkel rutscht,
  • Falten bildet.

Die Strumpflänge sollte deshalb ebenfalls genau nach dem jeweiligen Produktmaß bestimmt werden.

Kompressionsstrümpfe nach Länge auswählen

Kniestrümpfe

Kniestrümpfe reichen bis unterhalb des Knies. Sie werden häufig als Kompressionsstrümpfe der Länge AD bezeichnet.

Der obere Rand sollte nicht direkt in der Kniekehle liegen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie sollte das obere Ende eines Kompressionskniestrumpfes ungefähr zwei Querfinger unterhalb der Kniekehle liegen.

Oberschenkelstrümpfe

Oberschenkelstrümpfe reichen über das Knie hinaus bis zum Oberschenkel. Sie benötigen zusätzliche Messungen am oberen Bein.

Der Abschluss sollte sicher sitzen, ohne unangenehm einzuschneiden oder zu rutschen.

Kompressionsstrumpfhosen

Kompressionsstrumpfhosen reichen über beide Beine und besitzen zusätzlich einen Leibteil. Hier müssen die Maße des gesamten Beins und je nach Modell auch die Körperproportionen berücksichtigt werden.

Bei komplexeren Körperformen kann eine Maßanfertigung sinnvoll sein.

Kompressionsklassen und Größe nicht verwechseln

Die Größe eines Kompressionsstrumpfes und die Kompressionsklasse sind zwei unterschiedliche Dinge.

Die Größe beschreibt, wie der Strumpf an die Körpermaße angepasst wird. Die Kompressionsklasse beschreibt den vorgesehenen Druckbereich.

Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie unterscheidet vier Kompressionsklassen. KKL I entspricht einem leichten Druck von 18–21 mmHg, während KKL IV einen sehr kräftigen Druck von 49 mmHg oder mehr umfasst.

Die Kompressionsklasse sollte nicht einfach selbst nach Gefühl ausgewählt werden. Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen sollte die passende Versorgung entsprechend der individuellen Situation und ärztlichen Empfehlung bestimmt werden.

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Wann sollten Kompressionsstrümpfe vermessen werden?

Der Zeitpunkt der Messung kann die Ergebnisse beeinflussen. Beine können im Tagesverlauf anschwellen.

Aus diesem Grund wird eine Vermessung häufig am Morgen empfohlen, wenn die Beine noch möglichst wenig angeschwollen sind. Für eine medizinische Versorgung sollte die genaue Vermessung durch geschultes Personal erfolgen.

Wenn ein Bein bereits deutlich geschwollen ist, kann die Größenbestimmung schwieriger sein.

Was tun, wenn die Maße zwischen zwei Größen liegen?

Wenn Ihre Maße zwischen zwei Größen liegen, sollten Sie nicht automatisch die kleinere oder größere Größe auswählen.

Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen hängt die Entscheidung von mehreren Maßen ab. Ein Strumpf kann beispielsweise beim Knöchelumfang in eine Größe passen, beim Wadenumfang aber in eine andere fallen.

In solchen Fällen sollte die Größentabelle des konkreten Herstellers verwendet werden. Bei ungewöhnlichen Proportionen oder schwierigen Passformen kann eine Maßanfertigung erforderlich sein.

Seriengröße oder Maßanfertigung?

Viele Kompressionsstrümpfe sind als Seriengrößen erhältlich. Diese decken typische Kombinationen aus Umfang und Länge ab.

Eine Maßanfertigung kann dagegen sinnvoll oder notwendig sein, wenn:

  • die Beine ungewöhnliche Proportionen haben,
  • die Standardgrößen nicht passen,
  • sehr kleine oder sehr große Körpermaße vorliegen,
  • eine besondere medizinische Versorgung erforderlich ist,
  • unterschiedliche Kompressionsklassen für beide Beine benötigt werden.

Die Entscheidung sollte gemeinsam mit dem medizinischen Fachhandel getroffen werden.

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Wie müssen Kompressionsstrümpfe richtig sitzen?

Ein richtig sitzender Kompressionsstrumpf sollte gleichmäßig und faltenfrei am Bein anliegen. Er darf nicht in einzelne Hautstellen einschneiden oder stark rutschen.

Achten Sie darauf:

  • Die Ferse sitzt an der richtigen Stelle.
  • Der Stoff liegt glatt am Bein.
  • Es entstehen keine großen Falten.
  • Der obere Rand sitzt an der vorgesehenen Position.
  • Der Strumpf rutscht nicht nach unten.

Wenn ein neuer Kompressionsstrumpf rutscht, Falten wirft oder schmerzhaft ist, sollte der Sitz im Fachhandel überprüft werden. Die DGPL weist darauf hin, dass sowohl eine falsche Größe als auch Fehler beim Anlegen die Ursache sein können.

Kompressionsstrümpfe richtig anlegen

Kompressionsstrümpfe sollten nicht einfach kräftig am oberen Rand nach oben gezogen werden. Das Material sollte schrittweise am Bein verteilt werden.

Eine praktische Vorgehensweise ist:

  1. Greifen Sie in den Strumpf und fassen Sie den Bereich an der Ferse.
  2. Stülpen Sie den Strumpf vorsichtig bis zum Fersenteil nach außen.
  3. Setzen Sie den Fuß korrekt in das Fußteil.
  4. Positionieren Sie die Ferse genau.
  5. Arbeiten Sie den Strumpf Stück für Stück am Bein nach oben.
  6. Streichen Sie abschließend Falten glatt.

Gummihandschuhe können dabei helfen, das Material besser zu greifen und den Strumpf vor Schäden durch Fingernägel oder Schmuck zu schützen.

Häufige Fehler bei der Wahl der Kompressionsstrumpfgröße

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Größe ausschließlich nach der Schuhgröße zu bestimmen. Die Schuhgröße kann zwar bei bestimmten Produkten eine Rolle spielen, reicht für medizinische Kompressionsstrümpfe aber normalerweise nicht allein aus.

Weitere typische Fehler sind:

  • Der Knöchelumfang wird nicht gemessen.
  • Die Wade wird an der falschen Stelle gemessen.
  • Die Messung erfolgt bei stark geschwollenen Beinen.
  • Eine normale Sockengröße wird übernommen.
  • Die Hersteller-Größentabelle wird nicht beachtet.
  • Falten werden beim Anlegen nicht glattgestrichen.

Die genaue Vorgehensweise hängt immer vom jeweiligen Produkt und seiner vorgesehenen Anwendung ab.

Woran erkennt man eine falsche Größe?

Ein Kompressionsstrumpf kann möglicherweise nicht richtig passen, wenn er ständig rutscht, starke Falten bildet oder unangenehme Druckstellen verursacht.

Auch wenn der Strumpf extrem schwer anzulegen ist, schmerzt oder sich nicht gleichmäßig am Bein verteilen lässt, sollte der Sitz überprüft werden.

Wichtig ist: Nicht jede Schwierigkeit beim Anlegen bedeutet automatisch, dass der Strumpf zu klein ist. Kompressionsstrümpfe sind grundsätzlich enger als normale Strümpfe und benötigen eine geeignete Anlegetechnik.

Fazit: Mit der Kompressionsstrümpfe Größentabelle die perfekte Passform finden

Die richtige Größe von Kompressionsstrümpfen wird vor allem anhand von Knöchel-, Waden- und je nach Modell Oberschenkelumfang sowie der Beinlänge bestimmt. Eine normale Schuh- oder Konfektionsgröße reicht bei medizinischen Kompressionsstrümpfen meist nicht aus.

Eine Kompressionsstrümpfe Größentabelle bietet eine hilfreiche Orientierung, die konkrete Hersteller-Tabelle sollte jedoch immer maßgeblich sein. Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen ist eine professionelle Vermessung besonders wichtig, da die richtige Passform für einen gleichmäßigen Sitz und die vorgesehene Kompressionsversorgung entscheidend ist.

Wenn ein Strumpf rutscht, Falten wirft, stark drückt oder nicht richtig sitzt, sollte die Passform im Fachhandel überprüft werden. So lässt sich leichter feststellen, ob eine andere Größe, ein anderes Modell oder eine individuelle Maßanfertigung erforderlich ist.

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