Bohrer-Größentabelle: Standardgrößen & Maße im Überblick

Die richtige Bohrergröße entscheidet darüber, ob eine Bohrung für Dübel, Schrauben, Gewinde oder ein bestimmtes Bauteil tatsächlich passt. Dabei gibt es nicht nur unterschiedliche Bohrerdurchmesser, sondern auch verschiedene Maßsysteme, Spitzengeometrien und Bohrertypen. Ein 8-mm-Bohrer ist beispielsweise nicht automatisch für jede 8-mm-Schraube die richtige Wahl.

Diese Bohrer-Größentabelle zeigt gängige metrische Größen und erklärt, welche Unterschiede zwischen metrischen, zölligen und nummerierten Bohrergrößen bestehen. Außerdem erfahren Sie, wie man Bohrer richtig misst, welche Größe für Dübel und Gewinde benötigt wird und welche typischen Fehler bei der Auswahl vermieden werden sollten.


Bohrer-Größentabelle: Metrische Standardgrößen

Bei metrischen Spiralbohrern wird die Größe normalerweise direkt über den Bohrerdurchmesser in Millimetern angegeben. Im Handel sind viele Größen in kleinen Abstufungen erhältlich.

Bohrergröße Durchmesser Typische Anwendung
2 mm 2,0 mm Kleine Pilotbohrungen
3 mm 3,0 mm Kleine Schrauben und Vorbohrungen
4 mm 4,0 mm Holz, Metall und Kunststoff
5 mm 5,0 mm Allgemeine Montagearbeiten
6 mm 6,0 mm Dübel- und Montagebohrungen
8 mm 8,0 mm Dübel, Holz und Metall
10 mm 10,0 mm Größere Dübel und Durchgangsbohrungen
12 mm 12,0 mm Größere Befestigungen
14 mm 14,0 mm Größere Bohrungen
16 mm 16,0 mm Konstruktion und größere Befestigungen
20 mm 20,0 mm Große Durchgangsbohrungen

Diese Tabelle dient als Größenübersicht, nicht als universelle Empfehlung für jedes Material. Die benötigte Bohrergröße hängt immer vom Bohrzweck ab.


Was bedeutet die Bohrergröße?

Die angegebene Bohrergröße entspricht bei einem normalen Spiralbohrer grundsätzlich dem Nenndurchmesser der Schneiden.

Ein 6-mm-Bohrer ist somit für eine Bohrung mit einem vorgesehenen Durchmesser von ungefähr 6 mm ausgelegt.

In der Praxis können jedoch verschiedene Faktoren das tatsächliche Bohrloch beeinflussen:

  • Material des Werkstücks
  • Bohrverfahren
  • Zustand des Bohrers
  • Rundlauf der Maschine
  • Schneidengeometrie
  • Vorschub und Drehzahl
  • Materialabtrag

Für präzise Passungen ist deshalb eine anschließende Prüfung des Bohrlochs erforderlich.


Metrische Bohrergrößen im Detail

Metrische Bohrer sind besonders einfach zu lesen, weil der Durchmesser direkt in Millimetern angegeben wird.

Kleine Bohrer

Größen von etwa 1 bis 3 mm werden häufig für kleine Bohrungen und Pilotlöcher verwendet. Sie sind vergleichsweise empfindlich und können bei falschem Vorschub leichter beschädigt werden.

Mittlere Bohrer

Der Bereich von etwa 4 bis 10 mm gehört zu den vielseitigsten Größen. Viele allgemeine Montage-, Holz- und Metallarbeiten liegen in diesem Bereich.

Große Bohrer

Ab etwa 12 mm werden Bohrungen deutlich größer. Je nach Maschine und Material können dafür spezielle Bohrverfahren oder leistungsfähigere Werkzeuge erforderlich sein.


Bohrergrößen in Zoll

Neben metrischen Größen existieren zöllige Bohrergrößen, insbesondere bei Werkzeugen und Maschinen aus dem nordamerikanischen Maßsystem.

Ein Zoll entspricht:

1 Zoll = 25,4 mm

Zöllige Bohrer werden beispielsweise als Bruchteile eines Zolls angegeben.

Zollgröße Exakter Durchmesser
1/16″ 1,5875 mm
1/8″ 3,175 mm
3/16″ 4,7625 mm
1/4″ 6,35 mm
5/16″ 7,9375 mm
3/8″ 9,525 mm
7/16″ 11,1125 mm
1/2″ 12,7 mm
5/8″ 15,875 mm
3/4″ 19,05 mm
1″ 25,4 mm

Ein zölliger Bohrer sollte nicht einfach durch einen vermeintlich ähnlichen metrischen Durchmesser ersetzt werden, wenn eine genaue Passung erforderlich ist.


Nummerierte und buchstabierte Bohrergrößen

Neben Millimeter- und Zollgrößen gibt es weitere Systeme.

Nummerngrößen

Nummerierte Bohrer werden beispielsweise mit #1, #10 oder #20 bezeichnet. Dabei gilt: Die Nummer selbst ist keine Millimeterangabe.

Je nach Größensystem entspricht jede Nummer einem bestimmten Durchmesser.

Buchstabengrößen

Buchstabenbohrer werden beispielsweise mit A bis Z bezeichnet. Auch hier besitzt jeder Buchstabe einen festgelegten Durchmesser.

Solche Größen sind vor allem bei bestimmten zölligen Werkzeugsets und industriellen Anwendungen anzutreffen.

Für eine korrekte Auswahl sollte deshalb immer eine entsprechende Umrechnungstabelle verwendet werden, statt die Nummer oder den Buchstaben als direkte Größenangabe zu interpretieren.


Bohrergröße für Dübel bestimmen

Bei Dübelbohrungen ist die Bohrergröße besonders wichtig. Bei vielen klassischen Dübeln orientiert sich der Bohrerdurchmesser an der angegebenen Dübelgröße.

Dübel-Nennmaß Häufig verwendeter Bohrerdurchmesser
5 mm Dübel 5 mm
6 mm Dübel 6 mm
8 mm Dübel 8 mm
10 mm Dübel 10 mm
12 mm Dübel 12 mm

Diese Zuordnung ist eine allgemeine Orientierung. Bei speziellen Dübeln können Hersteller andere Bohrerdurchmesser oder Bohrverfahren vorgeben.

Deshalb sollte bei einer Dübelmontage immer die Montageanleitung des konkreten Dübels beachtet werden.

Bohrlochtiefe

Nicht nur der Durchmesser, sondern auch die Tiefe ist wichtig. Das Bohrloch muss ausreichend tief sein, damit der Dübel vollständig eingesetzt werden kann.

Dabei sollte die tatsächliche Konstruktion des Dübels berücksichtigt werden. Ein zu tiefes oder zu flaches Loch kann die Montage beeinträchtigen.

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Bohrergröße für Schrauben und Vorbohrungen

Bei Holzschrauben wird häufig ein Vorbohrloch verwendet. Der passende Durchmesser hängt unter anderem von Holzart, Schraubentyp, Schraubendurchmesser und gewünschter Haltekraft ab.

Ein Vorbohrloch ist nicht automatisch so groß wie der Außendurchmesser der Schraube.

Warum wird vorgebohrt?

Das Vorbohren kann:

  • das Spalten von Holz reduzieren
  • das Einschrauben erleichtern
  • die Positionierung verbessern
  • die Belastung des Materials verringern

Bei Metall ist die Situation anders, insbesondere wenn ein Gewinde geschnitten werden soll.


Bohrergröße zum Gewindebohren

Beim Gewindeschneiden wird normalerweise ein Kernloch benötigt, dessen Durchmesser kleiner als der Nenndurchmesser des Gewindes ist.

Für ein metrisches Innengewinde kann als grobe Orientierung folgende Beziehung verwendet werden:

Kernlochdurchmesser ≈ Nenndurchmesser − Gewindesteigung

Beispiel:

Bei M8 × 1,25 ergibt sich näherungsweise:

8,0 mm − 1,25 mm = 6,75 mm

In der Praxis wird eine passende Normtabelle für das jeweilige Gewinde verwendet, häufig also ein geeigneter Bohrer in der Nähe dieses rechnerischen Wertes.

Gewinde Beispielhafte Kernlochgröße
M4 × 0,7 ca. 3,3 mm
M5 × 0,8 ca. 4,2 mm
M6 × 1,0 ca. 5,0 mm
M8 × 1,25 ca. 6,8 mm
M10 × 1,5 ca. 8,5 mm
M12 × 1,75 ca. 10,2 mm

Die Werte sind typische Richtwerte für Standardgewinde. Bei speziellen Gewindeformen, Werkstoffen und Anforderungen muss die entsprechende Gewindetabelle verwendet werden.


Bohrer nach Material auswählen

Nicht jeder Bohrer ist für jedes Material geeignet. Neben dem Durchmesser muss deshalb der Bohrertyp berücksichtigt werden.

Holzbohrer

Holzbohrer besitzen eine Geometrie, die auf Holz und holzähnliche Werkstoffe abgestimmt ist. Für saubere Bohrungen können beispielsweise Zentrierspitze und spezielle Schneidenformen hilfreich sein.

Metallbohrer

Für Metall werden häufig HSS-Bohrer eingesetzt. Je nach Material und Anwendung kommen unterschiedliche Beschichtungen und Geometrien zum Einsatz.

Stein- und Betonbohrer

Mauerwerk und Beton benötigen geeignete Stein- oder Betonbohrer. Bei leistungsstarken Bohrhämmern werden entsprechend passende Bohrersysteme eingesetzt.

Universalbohrer

Universalbohrer können für verschiedene Materialien ausgelegt sein, ersetzen aber nicht automatisch einen speziell für das jeweilige Material optimierten Bohrer.

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Wie misst man einen Bohrer richtig?

Wenn die Beschriftung nicht mehr lesbar ist, kann der Durchmesser mit einem Messschieber bestimmt werden.

Schaft messen

Bei einem zylindrischen Bohrer kann der Schaftdurchmesser gemessen werden. Bei Bohrern mit speziellen Schaftformen ist der Schaft jedoch nicht zwingend identisch mit dem Schneidendurchmesser.

Schneidbereich messen

Für die eigentliche Bohrergröße ist der Durchmesser des Schneidbereichs relevant. Messen Sie möglichst an einer unbeschädigten Stelle.

Beschädigte Bohrer prüfen

Ein stark verschlissener Bohrer kann an den Schneiden Maßabweichungen aufweisen. Für eine genaue Bestimmung ist deshalb ein neuer oder unbeschädigter Bereich besser geeignet.


Bohrergröße und Bohrfutter unterscheiden

Ein häufiger Irrtum besteht darin, die Bohrergröße mit der Aufnahmegröße gleichzusetzen.

Ein Bohrer kann beispielsweise einen 10-mm-Bohrdurchmesser besitzen, während seine Aufnahme anders gestaltet ist. Besonders bei SDS-Systemen, Sechskantschäften oder reduzierten Schäften können Bohrdurchmesser und Schaftform deutlich voneinander abweichen.

Bei der Auswahl muss deshalb geprüft werden:

  • Bohrerdurchmesser
  • Schaftdurchmesser
  • Schaftform
  • Aufnahme der Maschine
  • maximale Werkzeuggröße der Maschine

Häufige Fehler bei der Auswahl

Die falsche Bohrergröße kann zu einer zu kleinen, zu großen oder ungeeigneten Bohrung führen.

Typische Fehler sind:

  • Metrische und zöllige Größen verwechseln
  • Dübelgröße mit Schraubengröße gleichsetzen
  • Gewindebohrer und Kernlochbohrer verwechseln
  • Nur den Schaft statt der Schneide messen
  • Bohrertyp und Werkstoff nicht aufeinander abstimmen
  • Bohrlochtiefe nicht berücksichtigen
  • Verschlissene Bohrer als genaue Messreferenz verwenden
  • Eine allgemeine Tabelle für eine spezielle Herstelleranwendung verwenden

Bei präzisen Maschinen- oder Montagearbeiten sollten die technischen Vorgaben des jeweiligen Bauteils maßgeblich sein.

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Schnelle Checkliste für die richtige Bohrergröße

Vor dem Bohren helfen einige einfache Fragen:

  • Welcher Durchmesser wird benötigt?
  • Welches Material wird gebohrt?
  • Ist es eine Durchgangs-, Sackloch- oder Vorbohrung?
  • Wird ein Dübel eingesetzt?
  • Soll anschließend ein Gewinde geschnitten werden?
  • Welches Maßsystem wird verwendet?
  • Passt der Schaft zur Maschine?
  • Welche Bohrtiefe ist erforderlich?
  • Gibt es eine Herstellerangabe für das konkrete Bauteil?

Mit diesen Informationen lässt sich die passende Bohrergröße wesentlich zuverlässiger bestimmen.


Häufig gestellte Fragen zur Bohrer-Größentabelle

Welche Bohrergröße ist Standard?

Es gibt keine einzelne Standardgröße für alle Bohrarbeiten. Häufig verwendete metrische Größen liegen beispielsweise zwischen 3 und 10 mm, während größere oder kleinere Bohrer für spezielle Aufgaben benötigt werden.

Welcher Bohrer für einen 8-mm-Dübel?

Bei vielen klassischen Dübeln wird ein Bohrer mit 8 mm Durchmesser verwendet. Entscheidend ist jedoch die Montageanleitung des jeweiligen Dübels, da spezielle Systeme andere Anforderungen haben können.

Welcher Bohrer für M8 Gewinde?

Für ein übliches M8-Gewinde mit 1,25 mm Steigung wird häufig ein Kernloch von etwa 6,8 mm verwendet. Bei anderen M8-Gewindesteigungen kann sich die benötigte Kernlochgröße ändern.

Wie erkenne ich die Bohrergröße?

Viele Bohrer besitzen eine Größenkennzeichnung am Schaft. Ist diese nicht mehr lesbar, kann der Schneidendurchmesser mit einem Messschieber bestimmt und anschließend mit einer Größentabelle verglichen werden.

Sind 1/4 Zoll und 6 mm dasselbe?

Nein. 1/4 Zoll entspricht exakt 6,35 mm und ist daher nicht identisch mit 6 mm. Für grobe Arbeiten können ähnliche Größen manchmal praktisch wirken, bei präzisen Bohrungen sollten sie jedoch nicht verwechselt werden.

Kann jeder Bohrer für jedes Material verwendet werden?

Nein. Holz, Metall, Mauerwerk, Beton und andere Werkstoffe benötigen unterschiedliche Bohrergeometrien und teilweise unterschiedliche Werkzeugmaterialien. Die Auswahl sollte immer auf den Werkstoff abgestimmt werden.


Fazit: Die passende Bohrergröße sicher bestimmen

Eine Bohrer-Größentabelle ist eine schnelle Hilfe, um metrische, zöllige und andere Bohrergrößen einzuordnen. Für die tatsächliche Auswahl ist jedoch der Einsatzzweck entscheidend. Eine Bohrung für einen Dübel, ein Vorbohrloch für eine Schraube und ein Kernloch für ein Gewinde benötigen nicht zwangsläufig denselben Durchmesser wie das jeweils befestigte Bauteil.

Prüfen Sie deshalb neben dem Bohrerdurchmesser auch Material, Bohrzweck, Bohrtiefe, Schaftform und Maßsystem. Bei speziellen Dübeln, Gewinden oder präzisen technischen Anwendungen sollten die Angaben des jeweiligen Herstellers oder der entsprechenden Norm Vorrang vor allgemeinen Richtwerten haben.

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